Neuigkeiten vom Bund - Allgemeines

Neu: Akademie im Gespräch

Neu: Akademie im Gespräch

In der Akademie diskutieren wir mit Referenten und Expertinnen Themen, die Gemeinden und Gesellschaft bewegen. "Akademie im Gespräch" dokumentiert Auszüge aus solchen Fachgesprächen und bietet Schlaglichter und Meinungen zu verschiedenen Themen.

Im Vorfeld des Evangelischen Kirchentags 2017 forderte Innenminister de Maizière die Kirchen auf, sich mehr an der gesellschaftlichen Debatte über den Islam zu beteiligen. Kurz danach hatten wir als Referenten der Akademie die Gelegenheit, mit Dr. Friedmann Eißler (Wissenschaftlicher Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen im Referat für Islam und andere nichtchristliche Religionen) über unseren Umgang mit dem Islam und mit Muslimen zu diskutieren. Auf Fragen, die uns aus Gemeinden und Gesellschaft entgegen kamen, haben wir persönliche Antworten gegeben, die wir hier als Gesprächsbeitrag und Argumentationshilfe zur Verfügung stellen.

Download pdf...

Die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum

Die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum

Mit einem Festakt am 31. Oktober in Wittenberg sind die Feierlichkeiten zu „500 Jahre Reformation“ offiziell beendet worden. Friedrich Schneider, Koordinator des BEFG und der VEF für das Reformationsjubiläum, zieht Bilanz. Er beschreibt, was gut gelaufen ist und wo Defizite lagen. Und er zeigt auf, dass Reformation auch über das Jubiläumsjahr hinaus weitergeht.
„Das Reformationsjubiläum als Christusfest ökumenisch zu feiern, war sicherlich ein Impuls, der an der Zeit war. Als evangelische Freikirchen, die ihre Wurzeln in der Reformation haben, war es uns ein Anliegen, das für uns und im Miteinander zu gestalten.“, so Christoph Stiba, der nicht nur Generalsekretär unseres Bundes, sondern auch Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen ist. Er meint weiter: „Als Präsident der VEF hätte ich mir gewünscht, dass das Zeichen der versöhnenden Kraft des Evangeliums durch eine breiter gedachte Ökumene noch stärker gewesen wäre. In vielen Fällen war Ökumene in der Öffentlichkeit dann doch nur bilateral.“ ###3_IMAGES###Die Weltausstellung zur Reformation in Wittenberg war ein Beispiel guter ökumenischer Zusammenarbeit – nicht nur im „Ökumene-Zelt“. „Von Martin Luther zu Martin Luther King“ lautete das Motto der Ausstellung in der Hoffnungskirche der Baptisten während des Reformationssommers. Die Roll-Ups „Reformation – #dagehtwas“ wurden durch weitere Tafeln zum Besuch von Martin Luther King 1964 in Berlin ergänzt, die der Baptist Daniel Schmöcker in seinem Projekt „King-Code“ gestaltet hat. Deutlich wurde: Das Eintreten für Menschenwürde und Bürgerrechte, freie Religionswahl und Freiheit von staatlicher Bevormundung in religiösen Fragen waren nun wahrlich nicht Errungenschaften der Reformation. Sie konnten erst später und vor allem durch freikirchlich geprägte Christen umgesetzt werden. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher kamen in die Hoffnungskirche – unter ihnen auch die Botschafterin des Reformationsjubiläums Pfarrerin Margot Käßmann mit einer Reisegruppe. Ehrenamtliche aus ganz Deutschland unterstützten das engagierte Team unserer Gemeinde, und neben der VEF förderte auch der Trägerverein der Reformationsausstellung das Projekt. Aber es gehört auch zur ehrlichen Bilanz, dass deutlich weniger Menschen Wittenberg – einschließlich unserer Ausstellung – besucht haben, als ursprünglich angenommen.  ###3_IMAGES###„Ökumenischen Rückenwind“, wie der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Bedford-Strohm in seiner Bilanz die Ergebnisse des Jubiläums nannte, gab es auch und vor allem in vielen regionalen und örtlichen Veranstaltungen. Die von Prof. Dr. Andrea Strübind, Carsten Hokema und mir erstellte Reformations-Ausstellung wurde über 20 Mal gedruckt und in vielen Gemeinden und öffentlichen Gebäuden eingesetzt. Dazu gab es zahlreiche Vorträge, Seminare und Gottesdienste. So wurde zum Beispiel in der EFG Weltersbach die Ausstellung bis Ende Oktober durchgehend präsentiert. Pastor Christoph Becker berichtet: „Ich habe dazu eine Reihe von Gottesdienstthemen formuliert, die jeweils den Gedanken einer Tafel aufnehmen. Dahinter steht die Frage, ob sich die Themen der Reformation nicht mit grundsätzlichen Phänomenen oder Prinzipien verbinden lassen, die zum Weg der Gemeinde seit den Anfangen gehören.“ Ähnlich nutzte Pastor Dr. Ulf Beiderbeck die Ausstellung in Bonn. Und er ergänzt: „Hier in Bonn binden wir die Ausstellung ökumenisch ein.“ In Westerstede wurde die Ausstellung im Rathaus gezeigt, worüber auch die Zeitung groß berichtete. In Oldenburg gab es unter anderem einen „Schwarzbrot-Tag“ mit theologisch „kernigen“ Vorträgen und Gesprächsgruppen zum Thema und evangelistische Gottesdienste zu den sogenannten „Solas“ der Reformation. Pastor Michael Lefherz bot in Potsdam eine Reihe unter dem Leitgedanken „Schätze der Reformation heben“ an. Pastor Lars Heinrich in Tübingen ergänzte die Ausstellung mit Predigtreihen zur täuferischen Tradition und zu Martin Luther King. Darüber hinaus wurden Mittelalter-Feste gefeiert und auch vielfältige Weise auch ökumenisch der Reformation gedacht. Weitere Beispiele sind in der November-Ausgabe von BUND AKTUELL nachzulesen.  ###3_IMAGES###„Martin Luthers reformatorische Einsichten wurden vielfach interpretiert und aktualisiert. Erstmals in der Geschichte war dies ein Jubiläum ohne nationalistische und antikatholische Stoßrichtung.“, so Bedford-Strohm weiter in einer epd-Meldung. Wir haben dabei gern mitgemacht, wenn es auch uns Freikirchen immer wieder darum ging, zu betonen, dass die Reformation keine „Ein-Mann-Show“ des Dr. Martin Luther war. Zur breiten Bewegung der Reformation gehörten nicht nur Vorläufer wie Jan Hus oder Zwingli und Calvin. In der Schweiz und in Süddeutschland waren die Anfänge der Reformation besonders durch die Täuferbewegungen geprägt. Es ist bedauerlich, dass nur in sehr wenigen Veröffentlichungen und Veranstaltungen die ganze Breite der Reformation deutlich wurde. 
Und Christoph Stiba bemängelt zu Recht, dass bei den großen und wichtigen Veranstaltungen der „ökumenische Rückenwind“ vor allem Kardinal Marx und Ratsbischof Bedford-Strohm beflügelt hat, die Freikirchen und orthodoxen Kirchen  aber häufig nicht einbezogen waren in die Gestaltung.

Auch der durchgehend zu vernehmende Jubelton wirkte auf manchen befremdend, verursachte die Reformation doch neben vielem Guten auch die blutige Verfolgung der Täufer, eine brutale Niederschlagung der Bauernaufstände, zahlreiche Pogrome gegen Juden und andere „Ketzer“ und schließlich den verheerenden Dreißigjährigen Krieg. Nur am Rande wurden selbstkritische Töne laut. Und ebenfalls weniger im Vordergrund war die Suche danach erkennbar, wie Reformation auf heute zu übertragen ist. Dabei muss eine Kirche, die sich selbst in einer kritischen Situation wiederfindet, doch neue Konzepte für eine sich reformierende Kirche der Zukunft entwickeln. Als Freikirchen haben wir uns beim Kongress „DYNAMISSIO“ engagiert, weil uns wichtig ist, uns auf den Auftrag als Christen zu besinnen und von diesem gemeinsamen Auftrag her Neues zu wagen.     ###3_IMAGES###Und wir haben immer wieder angemerkt, dass Freikirchen Ansätze der Reformation wie das „Priestertum aller Glaubenden“ oder die Gewissensbindung und freie Glaubensentscheidung konsequent weiterentwickelt und mutig umgesetzt haben – mutiger als es den beiden großen Kirchen in unserem Land möglich war.
Und das soll auch weiterhin unser Beitrag sein, uns in die Suche nach einer Kirche für morgen ins ökumenische und gesellschaftliche Gespräch einzubringen. Und dabei bleiben wir auch offen dafür, Reformation als bleibenden Auftrag an uns selbst zu verstehen und danach zu fragen, wie Gemeinde im Sinne Jesu heute gestaltet werden kann und muss....

„Die Welt mit Gottes Augen sehen“

„Die Welt mit Gottes Augen sehen“

Die Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat die 15 Gemeindebünde des Zusammenschlusses in einer heute veröffentlichten Erklärung dazu eingeladen, sich die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals/SDGs) zu eigen zu machen und diese durch konkrete Maßnahmen zu unterstützen. „Unsere Hauptaufgabe als VEF sehen wir darin, das Evangelium von der Liebe Gottes in Wort und Tat zu den Menschen zu bringen. Dazu gehören die Einladung zum Glauben an Jesus Christus und die Sorge um unsere Welt, in der wir leben. Das Wohlergehen der Menschen ganzheitlich im Blick zu haben, ist unser Anliegen“, begründete VEF-Präsident Christoph Stiba das Papier. Zur Förderung der SDGs ist die VEF eine strategische Partnerschaft mit Micha Deutschland e.V. eingegangen.

Micha Deutschland-Koordinatorin Stefanie Linner zeigte in ihrem Vortrag vor der Mitgliederversammlung im hessischen Fuldatal auf, dass sich rund 3.150 Bibelstellen mit den Themen Gerechtigkeit und Armut beschäftigen: „Diese Stellen bilden einen durchgehenden Faden durch die Bibel.“ Micha Deutschland nehme diesen Faden auf, indem sich der Verein für die SDGs einsetze, so Linner: „Wir tun dies, indem wir befähigen, vernetzen und mobilisieren.“  
Der VEF-Beauftragte am Sitz der Bundesregierung, Pastor Peter Jörgensen, unterstrich die Bedeutung dieses Ziels: „Jesus selbst hatte ein von großer Liebe geprägtes Interesse an seinen Mitmenschen. Diesem Vorbild folgen wir. Dabei können die SDGs uns beispielsweise im Blick auf Themen wie Armut, Gerechtigkeit und einem nachhaltigen Lebensstil wichtige Impulse geben.“ Micha Deutschland vermittle diese Anliegen attraktiv und ohne einen moralisch erhobenen Zeigefinger, so Jörgensen. Doris Hege von der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden machte in der Diskussion deutlich, es gehe bei den SDGs im Kern auch nicht um Moral, sondern darum, „die Welt mit Gottes Augen zu sehen.“
In ihrer Erklärung ermutigt die Mitgliederversammlung die Kirchen dazu, die SDGs in Publikationen bekannt zu machen, ihnen in Bildungsangeboten einen festen Platz zu geben und sie in den Jugendwerken zu thematisieren. Darüber hinaus werden Bünde und Gemeinden eingeladen, Micha Deutschland ideell und finanziell zu unterstützen. In dem Papier verpflichtet sich die VEF, den Gemeinden Gottesdienstimpulse zu den SDGs zur Verfügung zu stellen und zu prüfen, „an welchen Stellen wir die SDGs in unserem kirchlichen Leben umsetzen können.“ Auch dem von Stefanie Linner in ihrem Vortrag unterstrichenen Grundsatz, dass nur gemeinsam etwas erreicht werden könne, widmet sich die Erklärung: „Wir wollen möglichst viele Menschen auf diesen Weg mitnehmen.“...

Bibeltexte „abgestaubt“

Bibeltexte „abgestaubt“

„Baptisten wollen das Interesse für die Bibel wecken“, so stand es am 8. September 2017 im Wiesbadener Kurier in der  Vorankündigung der Bibeltage. Die Baptistengemeinde Wiesbaden veranstaltete die Tage in ihrer „Kirche überm Wellritztal“ gemeinsam mit der Immanuel Baptist Church, die ebenfalls in dem baptistischen Gemeindezentrum beheimatet ist. Zu einer größeren Verbreitung von Bibeln in deutscher Sprache kam es erstmals zur Zeit der Reformation vor 500 Jahren. Deshalb wurden die Bibeltage, vorbereitet unter der Leitung von Pastor Jochen Jäger, bewusst im Jahr des Reformationsjubiläums durchgeführt. Ein Bericht von Gemeindemitglied Stefanie Rieger.
Den Auftakt der beiden Veranstaltungswochen machte Prof. Dr. Michael Rohde, indem er für die Besucher Texte des Alten Testaments „abstaubte“. Seine Vortragsthemen waren „Meisterhaft – Jesus als Meisterschüler des Alten Testaments“, „Gut – Gutes Leben. Gott des Lebens. Was (Gemeinde)-Leben bewegt“ und „Begeistert – Zwischen Geistvergessenheit und Geistversessenheit“.
Beeindruckend war die Lebendigkeit, die den Gästen aus den doch oft verstaubt erscheinenden Texten des Alten Testaments durch die Auslegungen des ehemaligen Professors der Theologischen Hochschule Elstal entgegen funkelte. Die Zuhörer und Zuhörerinnen hatten viele Aha-Momente, wie zum Beispiel, dass „Leben“ aus dem Hebräischen übersetzt auch „Bewegung“ heißt und der Mensch kein Nomen, sondern ein Verb ist. Auch Herausforderndes kam zur Sprache: Weil Sterben zum Leben dazugehöre und der Mensch als einziges Lebewesen weiß, dass er sterben muss, sei es die Aufgabe der Kirche, die Kunst zu sterben zu fördern.
Ein weiteres Highlight war der Vortrag von Physikprofessorin Dr. Barbara Drossel von der TU Darmstadt mit dem Thema „Naturwissenschaft und christlicher Glaube – ein Gegensatz?“. Nicht nur, dass deutlich wurde, dass man Wissenschaft und Glauben beim Diskutieren nicht einfach vermischen darf, viele Beispiele brachten das große Auditorium neu zum Staunen über Gottes Genialität.
Bei einem gemeinsamen Gottesdienst der Immanuel Baptist Church und der Baptistengemeinde beeindruckten die persönlichen Zeugnisse aus beiden Gemeinden zum Thema „Mein Lieblingstext in der Bibel“ und die Dialogpredigt der beiden Pastoren Nick Howard und Jochen Jäger.
Lebhafte Diskussionen im Anschluss an die Referate und Gottesdienste während der Aktionstage machen Hoffnung, dass die Impulse nachwirken und Gemeinde und Gäste in Aktion bringen werden....

Aktiv für Betroffene sexueller Ausbeutung

Aktiv für Betroffene sexueller Ausbeutung

Der Vereinsvorstand und die Mitarbeiterinnen vom Netzwerk gegen Menschenhandel e.V. trafen sich Ende Oktober zu einem Klausurwochenende im Tagungshaus des CVJM in Kassel. Ziel des Wochenendes war es, sich mit verschiedenen aktuellen Themen auseinandersetzen und sich in der Arbeit und persönlich erneut auf Gott auszurichten. Ein Bericht von Andrea Kern.

Auf der Tagesordnung stand zu allererst die Reflexion von der vergangenen Konferenz vom European Freedom Network (EFN), welche vom 16. bis 19. Oktober in Berlin stattfand. Die EFN-Konferenz konzentrierte sich dieses Jahr unter dem Motto „With one Voice“ vor allem auf die Kommunikation und den Umgang mit Medien. Die hochkarätigen Sprecher und Sprecherinnen waren eine große Bereicherung. Besonders Rebecca Bender, selbst Betroffene von Menschenhandel, gab wertvolle Einblicke in die Situation der Betroffenen und wie wir sie am besten auf die Begegnung mit den Medien vorbereiten. Wir waren als Netzwerk-Team stark involviert in die Organisation der Konferenz. Shannon von Scheele war dieses Jahr Teil des Leitungs-Teams und trug maßgeblich zur Umsetzung der Konferenz bei. Den Austausch mit den vielen Mitarbeitern aus anderen Organisationen und Ländern konnten wir sehr genießen. Es war sehr viel Input, der erst einmal verarbeitet werden muss, aber es war sehr bereichernd.

Außerdem tauschten wir uns über die neue Projektidee der Weiterentwicklung des Präventionsprogrammes „Liebe ohne Zwang“ aus. Wir haben vor, zusätzliches Material zu erstellen, das spezifisch auf Jungen zugeschnitten ist und weitere relevante Themen wie unter anderem Frauenbilder und Pornografie beinhaltet.

Heike Kötz berichtete vom aktuellen Stand des europäisch geförderten „German Integration Program for Survivors of Trafficking“ (GIPST). Das GIPST-Projekt ist ein zweijähriges von der EU gefördertes Projekt mit dem Ziel, die Identifikation und Integration von Betroffenen von Menschenhandel zu verbessern. Über einen Zeitraum von acht Monaten werden sie begleitet auf dem Weg in ein neues Leben. Neben dem Netzwerk gegen Menschenhandel sind sieben weitere Organisationen aus Deutschland und Bulgarien daran beteiligt. Auf unserer Klausurtagung tauschten wir uns darüber hinaus, welche Chancen und auch Herausforderungen das Kompass-Programm mit sich bringen wird....

Für den Kindesschutz

Für den Kindesschutz

Seit dem 1. Oktober gibt es im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) eine Anlaufstelle für Betroffene sexueller Gewalt. „Wir wollen damit ein deutliches Signal setzen, dass sexuelle Gewalt im Kontext unserer Gemeinden und der überregionalen Angebote für Kinder und Jugendliche nicht toleriert wird“, erläutert BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. Gemeinsam mit dem Gemeindejugendwerk (GJW) habe man sich bereits seit 2009 in der Präventionsarbeit engagiert,  jetzt sei es „ein konsequenter Folgeschritt, dass wir mit einer Anlaufstelle die Möglichkeit eröffnen, dass Betroffene sexueller Gewalt sich äußern und wir reagieren können.“
Menschen, die sexuelle Gewalt durch ehren- oder hauptamtliche Mitarbeitende in Gemeinden oder anderen Einrichtungen des BEFG erlebt haben, sollen bei der Anlaufstelle Beratungsangebote erhalten. Zudem sei es möglich, ein Beschwerdeverfahren in die Wege zu leiten, um das Verhalten des Täters oder der Täterin künftig zu unterbinden.
Dazu arbeitet der BEFG mit dem Verein N.I.N.A. zusammen, der die fachliche Leitung des „Hilfetelefons Sexueller Missbrauch“ innehat. Das Hilfetelefon sei die erste Anlaufstelle für Betroffene, erklärt Stiba. Die Gesprächspartner des Hilfetelefons „können zunächst völlig unabhängig vom BEFG beratend tätig werden und gemeinsam mit dem Anrufer herausfinden, was die nächsten Schritte sind. Sollte der Ratsuchende zu dem Entschluss kommen, ein Beschwerdeverfahren im BEFG auszulösen, werden die Berater beim Hilfetelefon ihm die Kontaktdaten der Berater der internen Anlaufstelle des BEFG weitergeben.“
Die Berater der internen Anlaufstelle sind Begleiter des Beschwerdeverfahrens und keine Mitglieder im BEFG. Durchgeführt wird das Verfahren von der jeweiligen Dienststelle, in der die beschuldigte Person tätig ist. Das Ergebnis könne zum Beispiel sein, dass die beschuldigte Personen entlassen werde oder keine Kinderfreizeiten mehr durchführen darf, so Christoph Stiba. Dadurch solle dann weiterer Missbrauch verhindert werden. „Wir wünschen uns, dass der Kindesschutz in unseren Gemeinden und Einrichtungen wirklich gegeben ist. Dabei ist uns der Schutz der Betroffenen wichtiger als der Schutz der eigenen Institution.“...