Neuigkeiten vom Bund - Allgemeines

„Gemeinde ist Seelsorge!“

„Gemeinde ist Seelsorge!“

Die Region West im Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG), die Evangelisch-Freikirchliche Akademie Elstal und der Landesverband NRW im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hatten für den 21. April zum ersten gemeinsam veranstalteten Seelsorgetag eingeladen. Über 130 Teilnehmende kamen zum Hören, Denken und Reden. Seit Wochen ausgebucht, war dieser Tag mit seinen vielfältigen Angeboten rund ums Thema Seelsorge auf großes Interesse gestoßen.

„Gemeinde ist Seelsorge!“ lautete eine von vielen gleichsam ermutigenden wie herausfordernden Aussagen Christian Bouillons, Dozent an der Theologischen Hochschule Ewersbach. Er hielt das Hauptreferat des Seelsorgetages NRW in der FeG Witten.
Dagmar Lohan vom BEFG und Sven Dreger vom BFeG leiteten durch den Tag, der „Brücken in die Lebenswelten“ schlug. Es gab vier „Good -Practice“-Beispiele sowie neun Workshops. Dabei wurde deutlich, dass Seelsorge im Kontext der Gemeinde nicht nur nach innen – in Richtung der Gemeindemitglieder – gedacht werden sollte. Vielmehr kann sie als gesellschaftsrelevantes und explizit für Kirchenferne offenes Angebot auch nach außen wirken und eine deutlich missionale Dimension entfalten. In den Rückmeldungen wurde am Ende deutlich, dass sich viele zeitnah eine Neuauflage dieser gemeinsamen Veranstaltung von Freien evangelischen und Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden wünschen.
Der BEFG-Landesverband NRW war durch Mitglieder des „Arbeitskreises Beratung“ im Vorbereitungskreis vertreten und Mitglieder aus Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in NRW gestalteten während des Tages ca. ein Viertel des Programms. Die von Jens Mankel, Referent an der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal, angeregte Zusammenarbeit mit der FeG-Region West hat sehr gut begonnen, und es gibt eine Perspektive für einen weiteren gemeinsamen Weg in diesem Tätigkeitsfeld. Das ist für die Seelsorge-Arbeit im Landesverband NRW sehr erfreulich....

Lassen wir uns inspirieren!

Lassen wir uns inspirieren!

„Was inspiriert Dich?“ frage ich die Menschen in meinem Umfeld. „Gute Gespräche“, sagt die eine. „Stille!“, meint der andere. „Ein gutes Buch“, „anrührende Musik“, „andere Menschen“ – die Antworten sind sehr unterschiedlich. Das Tolle ist: Fast alle der genannten Inspirationsquellen kann man auch auf der Bundesratstagung dieses Jahr in Kassel finden. Und diese haben eins gemeinsam: sie beziehen sich alle auf Jesus Christus.
„INSPIRIERT LEBEN … dass Christus Gestalt gewinnt“ ist das Thema unseres Bundes für dieses und für nächstes Jahr. Dabei geht es, so skizziert es das Mission Statement, um das Hören auf die lebendige Stimme Gottes, darum, sich auf seine eigene Spiritualität zu besinnen und sich durch die Ausdrucksformen anderer bereichern zu lassen. Und es geht darum, dass „Christus durch unser Handeln in der Begegnung mit anderen Menschen und in der Gesellschaft Gestalt gewinnt.“
Darüber nachzudenken, wie das gelingen kann, soll Thema der Bundesratstagung sein. Und Möglichkeiten, das auszuprobieren, gibt es viele. Worte, Sätze, Bilder können an der Schreibwand „Inspiriert leben heißt für mich...“ gesammelt werden, um so im Laufe der Tagung Anregungen und Gedankenanstöße zu geben. Gedankenanstöße können auch Menschen aus anderen christlichen Traditionen geben, wie zum Beispiel Pater Nikodemus Schnabel. „Wo findet die Seele ein Zuhause?“ heißt die Frage, auf die wir den Benediktiner gebeten haben, in der Konferenzveranstaltung am ersten Abend zu antworten. Beim Workshop „Musik und Inspiration“ kann man der Frage auf den Grund gehen, wieso Musik für viele eine Quelle der Inspiration ist, und dabei auch Erfahrungen mit geistlichen Impulsen machen. Ist die Form meiner Spiritualität eigentlich typisch für meine Generation und trennt mich das von den anderen Generationen, oder gibt es da viel mehr Gemeinsamkeiten als ich eigentlich vermute? In einem Erzählcafé kann man sich darüber mit anderen auszutauschen und sich dabei durch die Vielfalt und die Lebendigkeit des persönlichen Glaubens der Gesprächspartner und -partnerinnen inspirieren lassen. Beten kann man überall – im Plenum und im Gottesdienst gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden der Bundesratstagung, im Raum der Stille, beim Spaziergang auf der Straße. Foren, Bibelarbeiten, Konzerte, Markt der Möglichkeiten – da ist bestimmt jede Menge Inspiration dabei, egal welche Antwort man auf die eingangs gestellte Frage geben würde. Und das sind nur einige Beispiele des wirklich inspirierenden Programms dieser Tage rund um Himmelfahrt.
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Außerdem ist der Bundesrat das höchste Entscheidungsgremium unseres Bundes und je mehr Delegierte teilnehmen, desto repräsentativer können die Beschlüsse für unseren vielfältig zusammengesetzten Gemeindebund gefasst werden. Verantwortung zu übernehmen und mit zu entscheiden, kann auch inspirierend sein.
Ich bin gespannt, was da passiert, über Himmelfahrt in Kassel. Und ich bin gespannt, welche Folgen das hat – wie Christus Gestalt gewinnt, denn auch da, da bin ich sicher, gibt es viele Möglichkeiten. Insofern: Lassen wir uns inspirieren! Schnell zur Bundesratstagung anmelden und dann auf nach Kassel!  ...

„Miteinander für die Freiheit aufstehen“

„Miteinander für die Freiheit aufstehen“

Zum 50. Todestag des Bürgerrechtlers und Baptistenpastor Martin Luther King fand in der Sophienkirche Berlin-Mitte eine Gedenkveranstaltung statt. Veranstalter waren die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Evangelische Akademie Berlin und die evangelische Sophienkirchengemeinde.
 
Die Pfarrerin der Sophienkirche, Dr. Christine Schlund, wies darauf hin, dass am 13. September 1964 Martin Luther King in ihrer Kirche gepredigt habe. Am 12. September, einem Samstag, landete Dr. King auf dem Flughafen Tempelhof im Westteil der Stadt. Das war wenige Wochen bevor ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde. Eingeladen hatte ihn der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt. Martin Luther King sprach vor 20.000 Zuhörern zum „Tag der Kirche“ in der Waldbühne und erinnerte bei einer Zeremonie im Rathaus Schöneberg an den Besuch des im Jahr zuvor ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy.
 
Ohne Pass nach Ostberlin
King ließ es sich nicht nehmen, auch seine „lieben christlichen Freunde in Ostberlin“ zu besuchen. Das geschah abseits des Programms. Ohne öffentliche Einladung der Kirche und ohne offizielle Einladung des DDR-Staates fuhr Dr. King am Sonntagabend in den Ostteil Berlins, um in der Marienkirche am Alexanderplatz einen Gottesdienst zu feiern. Es war das einzige Mal überhaupt, dass er sich hinter den „eisernen Vorhang“ begab. Fast wäre dem Baptistenpastor die Einreise verwehrt worden, da er keinen Pass mit sich führte. Erst, als ihn ein Grenzsoldat zufällig erkannte, konnte er den sogenannten „Checkpoint Charlie“ passieren. Seine vorgezeigte Kreditkarte genügte für den Grenzübergang.
 
Die Marienkirche hatte man bereits um 19 Uhr, eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes, schließen müssen, da sie mit gut 1.500 Besuchern vollkommen überfüllt war. Die vielen vor der Tür Ausharrenden zogen schließlich in die benachbarte Sophienkirche, wo sie warteten und Dr. King später am Abend seine Predigt wiederholte. Auch die Sophienkirche war bis zum letzten Platz besetzt, so Pfarrerin Schlund.
 
Michael Markus Schulz, der als Jugendlicher Martin Luther King in der Sophienkirche hörte, berichtete, dass die Predigt des Pastors für ihn ermutigend gewesen sei. In der Schule sei er wegen seines christlichen Glaubens verspottet und ausgegrenzt worden. In der DDR habe es Mauern und keine Freiheit gegeben, doch der Bürgerrechtler sei vom „Geist der Freiheit“ erfüllt gewesen. Seine Botschaft habe den Hörern in der überfüllten Kirche Mut gemacht. Unter anderem sagte King: „Hier sind von beiden Seiten der Mauer Gottes Kinder. Und keine durch Menschenhand gemachte Grenze kann diese Tatsache auslöschen. Ohne Rücksicht auf die Schranke der Rasse, des Bekenntnisses, der Ideologie oder Nationalität gibt es eine untrennbare Bestimmung: Es gibt eine gemeinsame Menschlichkeit, die uns für die Leiden untereinander empfindlich macht. In diesem Glauben können wir aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung schlagen. In diesem Glauben werden wir miteinander arbeiten, miteinander beten, miteinander kämpfen, miteinander leiden, miteinander für die Freiheit aufstehen in der Gewissheit, dass wir eines Tages frei sein werden. … Halleluja!“
 
Es ging dem Baptistenpastor nicht nur um die Gleichstellung der Schwarzen
In seinem anschließenden Vortrag befasste sich Professor Dr. Michael Haspel vom Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt mit dem Thema „Gerechtigkeit und Feindesliebe. Das Vermächtnis Martin Luther Kings als Zumutung“. Der Bürgerrechtler habe sich immer radikal an den christlichen Werten Frieden und Gerechtigkeit orientiert. Die Armut aller Menschen weltweit, so Haspel, sei für King die Herausforderung gewesen, sein Engagement habe sich nicht auf die Gleichstellung der Schwarzen in den Vereinigten Staaten beschränkt. Vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges hätte sich Martin Luther King konsequent für Frieden und Gerechtigkeit eingesetzt. Schon sehr viel früher als die meisten seiner Zeitgenossen habe er vorausgesehen, dass die Kosten des Krieges so immens seien, dass die Kriegführung die Ressourcen verbrauchen würde, die für die Begrenzung der Armut notwendig wären. Widerstand sei für Martin Luther King nur als ziviler und gewaltfreier Widerstand denkbar und sinnvoll gewesen. Er sei überzeugt gewesen, dass Gewalt nicht mit Gewalt bekämpft werden könne.
 
Sein unbedingtes Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden habe King jedoch keineswegs zum Helden gemacht. Die weiße Mittelschicht in den USA habe ihn gehasst, denn sie hätte von der Ausbeutung der Schwarzen durch unterschiedliche Löhne profitiert. Die Forderung gleicher Lohn für gleiche Arbeit habe sie gegen den Bürgerrechtler aufgebracht. Seine Washingtoner Rede von 1963 mit dem „I have a Dream“-Zitat sei der Höhepunkt von Kings Erfolg gewesen. Doch King wäre nicht nur ein „Friedensapostel“ gewesen, sondern habe zeitlebens für die Theologie der Menschenwürde gestanden, die auf globale Gerechtigkeit zielt. So sei er spätestens 1966/67 an einem Tiefpunkt angekommen, sodass es auch ihm nicht gelang, die weiße Friedensbewegung und die schwarze Bürgerrechtsbewegung zusammenzubringen.
 
Von der Liebe Gottes bewegen lassen

Laut Professor Haspel hatte Martin Luther King mit dem Glauben an einen allmächtigen Gott seine Schwierigkeiten, denn dann wäre nach seinem Verständnis Gott ein weißer Rassist, der die Unterdrückung der Schwarzen zuließe. Deshalb verstand King Gott als einen wohlwollenden, lieben Gott, der nur über eine hinreichende Macht verfügt damit das Gute gewinnt. Nur in Kooperation zwischen Gott und dem Menschen könne das Gute über das Böse siegen. Gottes Wirken in der Welt sei davon abhängig, dass sich Menschen von der Liebe Gottes bewegen ließen und sich gemeinsam für Gerechtigkeit einsetzten. Deshalb gelte es, so Haspel sich zu bewegen und „aufstehen für Freiheit und Gerechtigkeit“. Denn Ausgrenzung und Polarisierung, wachsende Spaltungen zwischen arm und reich, schwarz und weiß, würden auch westliche Demokratien prägen.
 
Abendgebet
Das Gedenken an den 50. Todestag von Martin Luther King Jr. fand in der Sophienkirche seinen Abschluss mit einem Abendgebet. An der Liturgie wirkten Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Union
Evangelischer Kirchen (UEK), des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) in Deutschland (BEFG), der United Church of Christ (UCC) und der Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) mit.
 
Bischöfin Petra Bosse-Huber, Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der EKD, erinnerte beim Abendgebet daran, dass im Dezember 1955 sich Rosa Parks weigerte, im Bus ihren Sitzplatz zu verlassen und einen für Schwarze vorgesehenen Platz einzunehmen. Ein Busboykott folgte. Es war der Beginn einer breiten afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den Südstaaten der USA, um die Rassentrennung zu beenden. Der baptistische Pastor Martin Luther King war das bekannteste Gesicht dieser Bewegung. Vor 50 Jahren, am 4. April 1968, wurde er in Memphis/Tennessee erschossen.
 
Die Geschichte Martin Luther Kings mache deutlich, dass christlicher Glaube nicht gelebt werden könne, ohne sich auf friedliche und aufrechte Weise für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte einzusetzen. Sie mache Mut, immer wieder neu aufzudecken, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden. Sie inspiriere dazu, friedlicher Konfliktbewältigung den Vorrang vor Gewaltanwendung zu geben, so Bosse-Huber....

Hirte, Macher, Menschenfreund

Hirte, Macher, Menschenfreund

Pastor Friedbert Neese ist Ende März nach fast elf Jahren als Mitglied der Bundesgeschäftsführung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in den Ruhestand verabschiedet worden. Zahlreiche Wegbeleiterinnen und Wegbegleiter würdigten ihn als erfolgreichen Gestalter, fürsorglichen Seelsorger, beziehungsorientierten Menschenfreund und konstruktiven Ratgeber. Neeses Pionierarbeit im Aufbau des heutigen Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde wurde dabei besonders herausgestellt.
Die offizielle Dienstentpflichtung Neeses erfolgte am 8. März beim Konvent der Ordinierten Mitarbeitenden des Bundes im hessischen Willingen durch BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba. Beim Konvent zwölf Jahre zuvor habe noch niemand gewusst, dass es bald einen neuen Dienstbereich für die Beziehungen zwischen Bund, Gemeinden und Hauptamtlichen geben werde, erinnerte sich Neese in seiner Ansprache. Doch bald darauf sei er bereits als dessen Leiter berufen worden und habe den Dienst dann im Sommer 2007 begonnen. Darauf bezugnehmend hob Christoph Stiba hervor: „Du hast unglaublich viel bewirkt, aufgebaut und in Gang gesetzt. Du hast dem Dienstbereich eine Struktur gegeben.“ Er habe Neese stets so wahrgenommen, dass dieser sich seinen Aufgaben „mit Herz und Verstand gewidmet habe“, so Stiba: „Du warst nie nur Funktionär oder Verwalter, sondern immer auch Pastor, Hirte. Deshalb passt es, wenn wir dich heute inmitten deiner ‚Herde‘ entpflichten.“ Michael Noss zitierte in seiner Ansprache die Bibelstelle aus dem Johannesevangelium, in der Jesus sich selbst „Licht der Welt“ nennt: „Ein solcher Träger des Lichts warst du, bist du, wirst du auch in Zukunft sein. Menschen, die leben wie du, sind Gesegnete Gottes und geben diesen Segen weiter.“ ###3_IMAGES### Beim Konvent in Willingen hoben die Vertreter der berufsständischen Vereinigungen im BEFG das gute Verhältnis zu Friedbert Neese als dem für sie zuständigen Mitglied der Geschäftsführung hervor. So betonte Manuel Lüdin vom Vertrauensrat der Pastorenschaft, Neese habe das Vertrauen zwischen Bund und Pastoren gefördert: „Es ist ein Friedensdienst, den du getan hast.“ Michael Job vom Konvent der Diakoninnen und Diakone beschrieb Neese als „Glücksfall“. Stets sei dieser für die Diakonenschaft dagewesen. ###3_IMAGES### „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ – diesen Ausruf aus Psalm 18,30 bezeichnete Friedbert Neese in seinem Grußwort an die Kolleginnen und Kollegen als „angemessene Haltung“ für den geistlichen Dienst: „Geht nicht gibt’s nicht – bei Gott sind keine Dinge unmöglich. Wir haben einen wunderbaren Beruf!“ Trotz der Herausforderungen, die auch dazugehörten, sei es wichtig, sich dies immer wieder vor Augen zu führen.
Eine Woche nach dem Konvent bot die Sitzung des Präsidiums des Bundes in Elstal Gelegenheit, auf den Dienst von Friedbert Neese zurückzublicken. Dieser selbst ging in einem persönlichen Bericht ausführlich auf die Bereiche seiner Arbeit ein und erinnerte unter anderem an die langjährige Entwicklung eines neuen Dienstrechts, die Neuregelung des Anfangsdienstes und die Erarbeitung neuer Gehaltsregelungen. Neese wies auch auf die abnehmenden Studierendenzahlen an der Theologischen Hochschule Elstal bei gleichzeitiger Verrentung starker Pastorenjahrgänge hin. Dadurch habe die Nachfrage der Gemeinden das „Angebot“ an Hauptamtlichen 2017 erstmals überstiegen. „Ich wünsche mir Menschen, die sich von Gott in den vollzeitlichen Dienst rufen lassen. Dafür sollten wir wieder verstärkt werben!“, so Neese. ###3_IMAGES### Zu einer offiziellen Verabschiedung lud das Präsidium im Rahmen seiner Sitzung auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundes ein. Der Rektor der Theologischen Hochschule Elstal, Prof. Dr. Michael Kißkalt, dankte Friedbert Neese, dass dieser als zuständiges Mitglied der Bundesgeschäftsführung das Anliegen der Hochschul-Akkreditierung als Kollege und Freund mitgetragen habe: „Im Miteinander von sachlicher Analyse und seelsorgerlichem Beistand warst und bist du uns als Hochschule sehr wertvoll.“ Auch Kißkalts Vorschläge für eine Qualifizierung der Leiter internationaler Gemeinden im BEFG habe Neese wohlwollend, unterstützend und gleichzeitig kritisch beratend aufgenommen und damit wesentlich zum Gelingen des Pastoralen Integrations- und Ausbildungsprogramms (PIAP) beigetragen.
Auch Heike Beiderbeck-Haus vom Netzwerk „Beratung von Gemeinden“ stellte ein konkretes Projekt heraus. In einer guten Zusammenarbeit habe Neese zusammen mit ihr und Friedrich Schneider den Interimsdienst entwickelt, der sich erfolgreich entwickelt habe. ###3_IMAGES### Die Präsidiumsmitglieder Michael Lefherz und Holger Huhn sowie Personalreferent Thomas Seibert würdigten Friedbert Neese als Menschen mit einem feinen Gespür und einer großen Wahrnehmungsgabe für seine Mitmenschen. Generalsekretär Christoph Stiba hob am Ende einen Aspekt hervor, den er als entscheidend für die gesamte Arbeit des Bundes beschrieb: „Die Gemeinde war dir immer wichtig. So warst du gerne Gemeindepastor, und auch in deiner überregionalen Arbeit war die Liebe zur Gemeinde für dich handlungsleitend.“
Beim Bundesrat vom 9. bis 12. Mai in Kassel wird Friedbert Neese im Kreise der Gemeindevertreter offiziell verabschiedet. ...

Und? Wie wars? - 2. Kursblock Seelsorge Beratung

Und? Wie wars? - 2. Kursblock Seelsorge Beratung

„Ich bin ich - und du bist du“ - „ Ach, was du nicht sagst?!“ - Es klingt ziemlich banal. Doch bei näherem Hinsehen überlege ich: Will ich meine Gesprächspartner nicht manchmal doch in meine eigenen Wünsche drängen? Will ich ein anderes Gemeindemitglied im Gespräch so überzeugen, dass es genauso denkt wie ich? Lass ich mich von anderen Menschen einspannen, weil sie denken ich müsste etwas tun oder lassen, was ich eigentlich gar nicht will? Und schon sind wir mitten in den spannenden Überlegungen, die wir in den Theorieeinheiten des Grundkurses Seelsorge und Beratung geführt haben.

Der Kurs, mit 20 Teilnehmenden aus unterschiedlichen Gemeinden der Bünde der EFG und FEG, umfasst neben diesen Theorieeinheiten Selbsterfahrungen in der Gruppe, Körpererfahrungsübungen sowie Besprechungen von Gesprächsprotokollen und Predigten. Zwischen den Kursblöcken vertiefen wir die Thematik mithilfe von vorgegebener Literatur und durch Treffen in Regionalgruppen.

Ich möchte gerne exemplarisch einen Einblick geben, wie zwei dieser Elemente mich ganz persönlich beeinflussen und mir gut tun.

Zum zweiten Kursblock kamen wir alle aus unterschiedlichen Situationen. Viele von uns kamen aus dem stressigen Alltag. Während die meisten Kursteilnehmenden mit ihrem Berufsalltag beschäftigt waren, stellt mich meine Elternzeit mit meiner kleinen Tochter vor andere Herausforderungen: Zeit für mich?! Zeit um mich mit meinen Bedürfnissen auseinanderzusetzen, meine Grenzen und Wünsche zu spüren? So etwas gibt momentan eher wenig. Und dann kam der Seelsorgekurs.

Mit den Körpererfahrungen, bei denen es darum geht sich mit seinem Körper auf ein Angebot einzulassen, z.B. das Erspüren eines Stachels einer Kastanie. Damit verbunden stellten wir uns die Frage: Was macht das mit meinem Körper? Spüre ich den Stachel beim Laufen oder beim Stehen? Auf diese Weise Kontakt mit mir selbst aufzunehmen und mich wahrzunehmen tut mir gut, weil ich im Alltag oft vergesse auf die Stimme meines Körpers zu hören. Damit verbunden ist häufig, dass ich auch die Stimme Gottes aus dem Blick verliere. Auch in Seelsorgegesprächen bin ich manchmal so sehr bei meinem Gegenüber und empfinde mit, sodass ich die Wahrnehmung dessen, was bei mir selbst passiert, ganz unbewusst ausschalte. Deshalb sind diese Übungen sehr wertvoll.

Am Anfang des ersten Kursblocks konnten wir uns alle wenig unter den Selbsterfahrungsgruppen vorstellen. Wir sind in eine Gruppe von je 10 Teilnehmenden und 2 Kursleitenden eingeteilt. Die Zeit der Selbsterfahrung füllt die Gruppe selbst, indem einzelne Teilnehmende Themen einbringen, die ihnen wichtig sind. Für mich ist das sehr eindrucksvoll. Wir haben einen sehr wertschätzenden Umgang in unserer Gruppe und von Beginn an wurden sehr persönliche Themen eingebracht. Die Gruppe stellt Rückfragen an die Person, gibt einen Rat, stellt Vermutungen an, konfrontiert oder spiegelt, wie die Person auf eine andere Person wirkt. Es wird also all das gemacht, was auch in der Seelsorge passiert. Zu sehen, wie heilsam und weiterführend das für eine andere Person ist und selbst zu spüren, wie sehr einem die Gruppe helfen kann, selbst einen Weg zu finden, ist für mich ein sehr praxisnaher Lernprozess. Ich profitiere daraus für mich persönlich und meinen Reifungsprozess und erhalte viele Anregungen für den Umgang mit Gruppenprozessen und für die Gesprächsführung in Seelsorgegesprächen.

Vielleicht habe ich den einen oder anderen mit diesen Eindrücken neugierig gemacht auch mehr über diese Elemente oder die weiteren Elemente unseres Grundkurses zu erfahren. Ich kann ihn nur weiterempfehlen. Er stößt wertvolle Prozesse für mich und meine Beziehungen an.

Weitere Informationen zum Grundkurs Seelsorge & Beratung gibt es hier...

Das Evangelium eindrücklich vermittelt

Das Evangelium eindrücklich vermittelt

Vom 11. bis 17. März veranstaltete die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Waldkraiburg gemeinsam mit der Evangelischen Kirche sowie der Christlichen Freikirche Mühldorf PROCHRIST LIVE mit dem bekannten Evangelisten Ulrich Parzany. Ein persönlicher Bericht von EFG-Pastor Benjamin Klammt.
Nach Monaten der intensiven Planung und des zuversichtlichen Gebets war es endlich soweit: Die Evangelisation fand im großen Saal des Hauses der Kultur statt. Die Besucherzahl bewegte sich zwischen 160 und 255 Gästen pro Abend. Auch wenn somit einige Plätze leer blieben, war es eine sehr gesegnete Veranstaltung. Als Ulrich Parzany Tag für Tag die Gäste dazu einlud, ihr Leben Jesus zu übergeben und nach vorne zum Kreuz zu kommen, folgten zahlreiche Besucher dieser Einladung. Wir sind sehr dankbar, dass etwa 50 Menschen ihr Leben Jesus Christus übergeben haben.
Die Verkündigung Parzanys war freundlich, zugewandt und zugleich direkt, und herausfordernd. Insgesamt spürte man seine von Gott verliehene Vollmacht und Klarheit in der Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi, das er den Anwesenden auch unter Bezugnahme auf eigene Erlebnisse und eindrückliche Beispiele vor Augen malte. Inhaltlich orientierte sich der evangelische Theologe dabei an den vorgegebenen Themen wie beispielsweise „Gott liebt mich“, „Gott will mich“ oder „Gott sucht mich“. Beim Thema „Gott erwartet mich“ sprach Parzany an, dass die Bibel Gott auch als Richter beschreibt.
Die musikalische Gestaltung der einzelnen Abende übernahm die Band Salz. Deren Liedauswahl war mehr als gelungen und sorgte für eine wunderbare Atmosphäre.
Das Rahmenprogramm war bunt gemischt: So gab es mehrere Anspiele, Andachten anhand von Alltagsgegenständen, Interviews und die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Krankheit mit anschließendem Zeugnis.
Der sonntägliche Abschlussgottesdienst in der Evangelischen Kirche war mit etwa 300 Besuchern fast so gut besucht wie der dortige jährliche Weihnachtsgottesdienst. Auch hier predigte Parzany noch einmal in aller Klarheit und lud zu Jesus ein, der gekommen sei, um sein Leben als Lösegeld für viele zu geben (Mt. 20,28).
Nun heißt es für uns beteiligte Gemeinden, all jene zu begleiten, die sich auf den Weg mit Jesus machen, mit ihnen über den Glauben und ihre Zweifel zu sprechen und ihnen auch vorzuleben, wie erfüllt das Leben an der Hand Jesu ist.
Als Gemeinde sind wir sehr gespannt, wie es weitergeht. Besonderer Dank gilt allen, die zum Gelingen der Evangelisation beigetragen haben!...