„Dich schickt der Himmel“

Kategorie: Allgemeines
„Dich schickt der Himmel“

„Eine Oase in der Corona-Wüste!“, so fasste jemand seinen Eindruck von der AmPuls-Konferenz am 23. Januar zusammen. Gabriele Löding, BEFG-Referentin für Diakonie, berichtet, wie sie die digitale Konferenz erlebt hat.

Die AmPuls-Konferenz fand zum ersten Mal ausschließlich online statt. Das digitale Format sorgte dafür, dass die Teilnahmezahl so hoch war wie noch nie. 350 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Deutschland, Österreich und dem Libanon verfolgten über Zoom oder YouTube die Impulse zum Thema „Dich schickt der Himmel“. Verschiedene Menschen, die sich an unterschiedlichen Stellen für andere einsetzen, verdeutlichten dabei etwas von der Liebe Gottes, die sie erfahren haben und weitergeben. Außerdem hatte das Video zum Lied „Dich schickt der Himmel“, bei dem wer mochte im Vorfeld mitsingen konnte, auf der Konferenz seine Premiere. Das Lied wurde eigens für das BEFG-Jahresthema 2021/22 von Jan Primke und Jürgen Werth komponiert und hat echten Ohrwurm-Charakter. ###3_IMAGES###Torsten Hebel, Theologe, Kabarettist und Gründer der blu:boks Berlin, einer Einrichtung zur sozial-kulturellen Kinder- und Jugendförderung, nahm uns in seiner Bibelarbeit über 2. Mose 4 mit hinein in die biblische „Dich schickt der Himmel-Geschichte“ Moses. Mose erfährt am brennenden Dornbusch die Gegenwart Gottes. Gott beruft ihn, die Hebräer zu befreien, nicht mit Gewalt, sondern unter Gottes Führung. Sein Hirtenstab, sein Beruf als Hirte ist nicht die Berufung Gottes. Gott fordert Mose auf, ihn wegzuwerfen, und damit sein Bild von sich und seine Bedenken abzulegen. Aus dem Stab wird eine Schlange. Sie erinnert Mose an den Schmerzpunkt seines Lebens und er flieht vor ihr. Doch Gott fordert Mose auf, die Schlange zu ergreifen und sie verwandelt sich in den Stab Gottes. Hebel verdeutlichte sehr persönlich, dass Gott unsere Schmerzen, Schwächen und Brüche im Leben in Stärke verwandeln kann und will. In unserer Schwachheit kommt Gottes Stärke zur Wirkung. Er endete mit dem Gedanken: „Dich schickt der Himmel mit Deiner Geschichte. Deine Identität ist in Christus.“

Genauso bewegend war das, was Dr. Alia Abboud von ihrer Arbeit bei der Lebanese Society for Educational & Social Development (LSESD)  in Beirut erzählte. Die Herausforderungen im Libanon durch Krieg, Flucht, Vertreibung und in letzter Zeit durch Corona und die Explosion in Beirut sind riesig. Jeder Dritte in ihrem Land ist ein Flüchtling und viele davon sind Syrer, die ihnen eigentlich feindlich gesinnt sind. Doch Alia Abboud beschrieb, wie sie die Herausforderungen als Gelegenheit zum Dienen verstehen. Sie erzählte, wie in den Kirchen die Christen mit dem Blick auf Christus und sein Leben, nach und nach Angst und Hass überwunden haben, und Hilfen und Angebote für Geflüchtete entstanden. Dadurch wuchs das Interesse an Kirche neu und die Regierung, Verwaltung und Behörden haben die Arbeit der Kirche wahrgenommen, anerkannt und festgestellt, dass sie Hoffnung ins Land bringt. Um Hoffende zu bleiben, sei es wichtig, im Kleinen zu beginnen und die Augen auf Gott zu richten und nicht nur auf die Krise. Was sie im Land brauchen, so Alia Abboud, seien unsere Gebete für die Gemeinden im Libanon, für die Menschen dort, besonders für die Jugendlichen, dass sie nicht flüchten, sondern eine hoffnungsvolle Zukunft auch in ihrem eigenen Land sehen. Neben den Gebeten sind auch Spenden für die Arbeit über German Baptist Aid hilfreich. ###3_IMAGES###Pastorin Sam Mail, Referentin für die Arbeit mit Jugendlichen und Jungen Erwachsenen in der Bundesgeschäftsstelle des GJW, beschrieb in ihrem XTalk anschaulich, wie man bedeutungsvolle Momente schaffen kann. Sie ging der Frage nach, worauf es ankommt, damit Begegnungen, ob digital oder präsent, in Gruppen als bereichernd erlebt werden. Sie führte aus, dass es jemanden geben muss, der oder die sich im Vorfeld darüber Gedanken macht, was der Grund und Sinn des Treffens ist und mutig hinschaut, was gebraucht wird.
Dr. Björn Hirsch, Theologe, Pastoralreferent im Bistum Fulda und Gründer der Citypastoral Fulda, sprach zunächst über seinen eigenen Weg von der rechten Szene hin zur Kirche und zum Theologiestudium. Er bekam den Auftrag, jungen Menschen Kirche und Gemeinde näher zu bringen. Hirsch gründete einen ökumenischen Arbeitskreis, der sogenannte Base-Jugendgottesdienste gestaltete und später von der Stadt angefragt wurde eine Veranstaltung für sie auf großer Bühne anzubieten. Sein Fazit: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, vertraut Gott und denkt nicht klein.

Katharina Haubold, Projektreferentin für Fresh X an der CVJM Hochschule in Kassel und beim Deutschen Fresh X Netzwerk e.V., plädierte dafür, dass sich Kirche neu auf die Suche machen muss, wo Gott im Ort schon wirkt. Jesus lernte vor seinem öffentlichen Wirken 30 Jahre die Sprache und Kultur. Er hörte zu, fragte nach und erzählte von seiner Verbindung zu Gott in Bildern, die auch die Menschen am Rand der Gesellschaft verstanden. Einen zentralen Weg sieht Haubold darin, zuzuhören und Fragen zu stellen. ###3_IMAGES###In Workshops zu unterschiedlichen Themen gab es die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Darüber hinaus wurde am Schluss das Video über ein Patenschaftsprogramm vom Verein „Wir gestalten“ gezeigt. Das Video hat den AmPuls-Videowettbewerb gewonnen. Mit einer Gebetszeit und dem Segen endete die Konferenz. Die Theologiestudentin Johanna Panter und Pastor Lukas Petschelt, die auf lebendige, kreative und persönlich ansprechende Weise durch das Programm führten, forderten die Teilnehmenden am Ende auf, das Gehörte in die Tat umzusetzen.

Es gab viele positive und begeisterte Rückmeldungen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern: „Ihr seid dorthin gegangen, wo Gottes Herz schlägt – zu jedem nach Hause!“, „Vom Libanon lernen: Gemeinde ‚hat‘ keine Hilfsorganisation – sie IST Hilfsorganisation.“,  „Ermutigend auf das zu schauen, was geht: Weite, Barmherzigkeit und Dienst.“, „Die Bibelarbeit von Torsten Hebel war sehr inspirierend, ehrlich, offen und ermutigend.“, „Die Präsentationen waren professionell und gleichzeitig leichtgängig und sympathisch. Verschiedene Vortragsformate und Reaktionsmöglichkeiten. Gerne wieder digital, hybrid oder präsent.“ Teile der Konferenz stehen auf www.baptisten.de/ampuls zur Verfügung.

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