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Koinonia – das Leben teilen

Koinonia – das Leben teilen

„Koinonia – das Leben teilen“, das war das Thema der AmPuls-Konferenz vom 24. bis 26. Januar in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hagen. Roland Hentschel und Martin Roth berichten, wie sie die Missionskonferenz erlebt haben.
Welche Auswirkungen hat es, wenn Christen ihr Leben miteinander und mit den Menschen ihrer Umwelt teilen? Diese Frage stellten sich die circa 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AmPuls-Konferenz, die der Dienstbereich Mission zu Beginn eines jeden Jahres in einer Gemeinde des Bundes veranstaltet. In diesem Jahr „zog“ es die Konferenz in die EFG Hagen am Rande des Ruhrgebiets und damit in den Westen Deutschlands.
 
Den Auftakt bildeten die Gründerkonferenz am Freitagvormittag und das Forum Diakonie, deren Besucher sich ab dem Freitagnachmittag in Hagen sammelten. Im Forum Diakonie erfuhren die Teilnehmenden von Almut Siodlaczek und Daria Kraft zum Beispiel, wie sie für diakonische Projekte Fördermittel erhalten können. ###3_IMAGES###Die Gründerkonferenz mit etwa 60 Teilnehmenden setzte sich aus Gemeindegründern und aus an Gemeindegründung interessierten Besuchern zusammen. Alle gemeinsam erlebten kreative Berichte aus einzelnen Gründungsinitiativen. Dabei wurde deutlich, dass Gemeindegründungen vielfältig, nie einheitlich, sondern kreativ sind und vom Einsatz ihrer Gründerväter und -mütter leben. Das Thema der Konferenz „Koinonia – das Leben teilen“ spielte bei den „Gründern“ eine wesentliche Rolle. Nur mit mutigen, freundlichen und wertschätzenden Einladungen zum gemeinsamen Leben kann sich Glauben im Leben von Menschen erneut oder erstmalig ereignen. Besonders beeindruckt haben mich in diesem Zusammenhang die Berichte von „Kirche, die bewegt“ aus Saarbrücken und von der projekt:gemeinde aus Wien. ###3_IMAGES###Am Freitagabend trat das Musikerpaar Judy Bailey und Patrick Depuhl auf und veranstaltete einen Lese-Liederabend „Das Leben ist nicht schwarz-weiß“. In Clubatmosphäre gelang es beiden, mit nachdenklichen, aber auch witzig wortakrobatischen Texten und stimmiger Musik die Anwesenden mit auf eine Reise in ihr Leben zu nehmen. Denn genau darum ging es: Wurzeln und Wege, Welt und Dorf, die beide in ihren Lebensgeschichten aufweisen, sind uns in vielen Farbfacetten erzählt und gesungen worden. Ein wirklich berührender Abend, weil alle Zuhörenden eingeladen waren, das Leben zu teilen – Koinonia.        ###3_IMAGES###Zu Beginn des Samstags wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Jan Primke, dem musikalischen Leiter der Gemeinde Dortmund, in eine Zeit des gemeinsamen Singens und der Anbetung Gottes hineingenommen. In ihrem daran anschließenden Referat stellte Jessica Festus, Älteste und Pastorin der EFG Hagen für die internationale Gemeinde, heraus, dass der griechische Begriff „Koinonia“ die Teilhabe am Leben anderer, das Teilen des eigenen Lebens mit Anderen und somit Partnerschaft meint. Ihr leidenschaftlicher und in manchen Teilen humorvoller Vortrag beinhaltete viel Persönliches: Als Kind in Namibia geboren und aufgewachsen, später die Auswanderung nach Deutschland, die Prägung durch unterschiedliche kulturelle Einflüsse, ihre Berufung in den Dienst als Pastorin und Ausbildung im PIAP Programm des Bundes – ein Weg, der nicht möglich gewesen wäre, wenn sie nicht vielfach am Leben anderer Menschen hätte teilhaben können. „Menschen sind zur Gemeinschaft miteinander und mit Gott berufen“, so Jessica Festus: „Gemeinschaft ist eine Sehnsucht des Menschen, die Gott in einen jeden Menschen hineingelegt hat. Ja, Gott selbst ist ein dreieiniger und somit auf Gemeinschaft ausgerichteter Gott.“ Dieser Grundgedanke habe unmittelbare Auswirkungen auf unser Zusammenleben: Es gehe um ein gemeinsames Leben in gegenseitiger Wertschätzung und Einheit, um ein Miteinander und ein gemeinsames „unterwegs sein“ in Vergebungsbereitschaft. Dabei sei es besonders wichtig, Andersartigkeit als Bereicherung zu sehen. Denn wo Unterschiedlichkeit im Vordergrund stehe, hindere dies echte Gemeinschaft. Am Ende wurde ihr Vortrag durch persönliche Berichte von Mitgliedern der gastgebenden Gemeinde ergänzt, wie sie „Koinonia“ leben und erleben. ###3_IMAGES###Ein reichhaltiges Workshop-Angebot stand anschließend für die Teilnehmenden bereit. Angeboten wurden zum Beispiel: „Beten aus dem Hören“, „Betrachtendes Bibel-lesen“, „Bibel gemeinsam teilen und entdecken“, „Multilingual beten“, ein Kreativworkshop „Praying in Color“ oder „Schritte in die Stille“. In seinem Workshop „Ein Gewinn: Zugänge durch alte und neue Musik“ schilderte Jan Primke, wie „Koinonia“ durch generationsübergreifende Musik im Gottesdienst gefördert werden kann. „Musik in der Gemeinde ist mehr als die bloße Liedauswahl“, ist Jan Primke überzeugt: „Sie ist vielmehr das generationsverbindende Element der Gemeinde-DNA.“ Engagiert und leidenschaftlich berichtete er darüber, wie in seiner Gemeinde Dortmund vor etwa 12 Jahren eine neue Art des Musizierens, das „Barock’n Roll“, entstand, wie ein eigenes Diakonat Musik eingerichtet wurde und zwischenzeitlich etliche Bands entstanden sind, die jeweils als Hauskreise ein Stück des Lebens miteinander teilen. Gerade Letzteres trage wesentlich dazu bei, dass jeden Sonntag qualitativ gute Musik eine der wesentlichen Säulen des Gottesdienstes sei. ###3_IMAGES###Im Anschluss hörten die Teilnehmenden in den sogenannten „X-Talks“ zunächst einen Bericht von Andreas Isenburg aus Dortmund, der sich für das Konzept „Kirche Kunterbunt“ verantwortlich zeichnet – ein Projekt, in dem Kinder und Erwachsene ohne kirchlichen Hintergrund neue Formen kennenlernen, gemeinsam Gemeinde zu bauen. Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland, schloss sich an mit Anregungen zu Online-Auftritten von Gemeinden und den damit verbundenen digitalen Möglichkeiten, etwa das Angebot eines Seelsorge-Chats. Walter Klimt, Pastor der Baptistengemeinde in Wien/Österreich, schilderte die Entstehung seiner Gemeinde, wie aus einer Gemeindegründungsinitiative von zwölf Leuten eine Gemeinde entstand, die heute Taufgottesdienste mit 30 bis 40 Täuflingen feiert. ###3_IMAGES###Weitere Workshops folgten am Samstagnachmittag: „Weltmission – Koinonia im globalen Dorf“, „Die sieben Merkmale einer vitalen Gemeinde“, „Konvivenz – Mission auf Augenhöhe“ und viele mehr. „Zurück zur Leidenschaft – von Fußballfans lernen“ war der Titel eines Workshops, der gut in die „Gegend“ des Veranstaltungsortes, das Ruhrgebiet mit seinen vielen Fußballvereinen, passte. In diesem Workshop unter der Leitung von Olaf Rudzio, Pastor der Gemeinde Herten, und Ralf Stibba, Mitglied der dortigen Gemeindeleitung, wurde von der Aktion der zwei Fanclubs des FC Schalke 04 „Mit Gott auf Schalke“ und des BVB Dortmund „Totale Offensive“ berichtet. Vor den Fußballderbys dieser beiden großen Clubs werden gemeinsame Gottesdienste gefeiert, was deeskalierend wirke – nach dem Motto: „Rivalität ja, Feindschaft nein“. Diese Gottesdienste finden im Übrigen seit drei Jahren in der Gemeinde Herten statt. ###3_IMAGES###Die Veranstaltung am Samstagabend wurde musikalisch von der Band der Gemeinde Hagen „Green worship“ gestaltet. Ihre teils ruhigen, teils kraftvollen Lieder nahmen die Teilnehmenden hinein in eine Haltung der Anbetung und des Lobpreises. Moderiert wurde der Abend von Joachim Gnep, Leiter des Dienstbereichs Mission, und Klaus Schönberg, zuständig für die Gemeindegründungen im BEFG. Den Teilnehmenden wurde ein Projekt von Pastorin Daria Kraft, tätig beim Diakoniewerk der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinden Baden- Württemberg, vorgestellt. Sie hat mit Flüchtlingskindern ein Rap-Video gedreht. Auf die (rhetorische) Frage von Joachim Gnep, ob „so etwas denn Mission sei“, antwortete sie schlagfertig und unter dem zustimmenden Beifall der Teilnehmer: „Was ist denn das für eine Frage? Natürlich, was denn sonst!?“ ###3_IMAGES###Am Ende dieses langen Tages fand die Lounge regen Zuspruch, die von einigen Mitgliedern der Gemeindeleitung der Gemeinde Hagen angeboten wurde. So klang dieser Tag mit einer Vielzahl von Eindrücken und Anregungen gemütlich aus.
Die Konferenz fand ihren Abschluss mit dem Gottesdienst am Sonntagmorgen. Joachim Gnep thematisierte in seiner Predigt über Apostelgeschichte 2,42 erneut die Frage, was Koinonia ausmache. Er stellte noch einmal den Gedanken der Teilhabe, das Leben miteinander zu teilen, heraus: „Gott wird einer von uns. Ihn hat es nicht im Himmel gehalten, er will das Leben mit uns teilen. Jesus will Gemeinschaft, er will mit uns leben, will mit uns essen und trinken. Koinonia ergreift alle Lebensbereiche, Freud und Leid. Eine solche Gemeinschaft ist attraktiv.  Auch Mission beginnt damit, das Leben zu teilen. Entscheide dich dafür, die Menschen zu lieben, oder lass es sein mit der Mission.“ Aussagen und Sätze, die den Zuhörerinnen und Zuhörern vor Augen und Ohren hielten, dass alle Mission von einem liebenden Gott ausgeht, der sich nach den Menschen sehnt. Und dass Mission nur dann ihr Ziel erreicht, wenn sie von Menschen ausgeht, die sich von Gott geliebt wissen, die Menschen lieben und dazu bereit sind, mit Anderen das eigene Leben zu teilen –  zumindest ein Stück davon. Mit der Möglichkeit, sich segnen und senden zu lassen, endete dieser Gottesdienst und mit ihm eine inspirierende und ermutigende AmPuls-Konferenz.  
Ein besonders herzliches Dankeschön gilt dabei der gastgebenden Gemeinde Hagen und ihren vielen Mitarbeitenden, die für ein gastfreundliches und angenehmes Konferenzklima sorgten. ###3_IMAGES###Die nächste AmPuls-Konferenz findet vom 22. bis 24. Januar 2021 in der EFG Karlsruhe statt. ...

Seminar für farsisprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Seminar für farsisprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Dreißig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 15 Gemeinden von Flensburg bis Ingolstadt, Karlsruhe bis Dresden nahmen an dem Seminar teil, das die Evangelisch-Freikirchliche Akademie erstmals anbot.

Viele Gemeinden in Deutschland haben in den letzten Jahren Menschen aus dem Iran und Afghanistan getauft und aufgenommen. Die jungen Christen wollen ihren Glauben vertiefen und sich am Gemeindeleben aktiv beteiligen. ###3_IMAGES###

Da sie aber noch nicht so gut Deutsch können, dass sie von den bisherigen Schulungsangeboten profitieren würden, hat Thomas Klammt, Referent für Integration und Fortbildung im BEFG, dieses neue Programm mit einem Team farsisprachiger Leiter gemeinsam entwickelt. „Es begeistert mich, dass die Menschen, die wir in den letzten Jahren gefördert und ausgebildet haben, jetzt selbst zu Lehrern werden.“ Amir Paryari, Pastor in Mainz, führte die Seminargruppe in Grundlagen des Leitens ein. Dazu gehörte auch eine gesunde Selbsteinschätzung mit Hilfe eines Persönlichkeitsprofils. Omid Homayouni, Pastor im Landesverband Nordwestdeutschland, präsentierte seine Erfahrungen mit der Integration und der deutsch-persischen Gemeindeentwicklung. Außerdem übersetzte er die Bibelarbeit von Thomas Klammt zum Thema: „Inkarnation: Wie Gott Mensch wurde und was das für uns bedeutet“. Azadeh Taghipour (Hannover) leitete die Gruppe musikalisch an, Gott zu loben und anzubeten. Und es gab viel Zeit, sich kennen zu lernen und auszutauschen, über die Erfahrungen der Flucht und des Ankommens in Deutschland, über die unterschiedlichen Gemeindesituationen und die Möglichkeiten, sich darin zu engagieren. ###3_IMAGES###

Am Ende wünschten sich die Teilnehmenden, beim nächsten Mal noch mehr Zeit zum Lernen zu haben. Wiederkommen wollen sie auf jeden Fall. Für das Jahr 2020 sind bereits drei weitere Seminarwochenenden geplant, bei denen dann auch die Pastorinnen Flor Abojalady (Berlin) und Zohreh Niazi Vahdati (Dortmund) mitarbeiten werden....

Nach der Einheit streben

Nach der Einheit streben

Die Delegierten der BEFG-Landesverbände in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) trafen sich in Elstal, um über verschiedene Formen der Ökumene und anstehende ökumenische Großereignisse zu sprechen.

Im Mittelpunkt der Versammlung vom 24. bis 25. Januar standen Begegnungen und Austausch: Die ACK-Delegierten berichteten von ihren Erfahrungen aus den ACK-Treffen vor Ort. Speziell thematisiert wurden Angebote für junge Leute und die Einbindung neocharismatischer Bewegungen, wie International Christian Fellowship (ICF), und die Frage nach neuen Formen der Ökumene, wie sie auch der Christliche Convent Deutschland (CCD) vertritt.

Über die Orts- und Landesverbandsebene hinaus ist die ACK auch auf Bundesebene aktiv. Die ACK-Geschäftsführerin Dr. Verena Hammes besuchte das baptistische Treffen und stellte die Planungen für das „Jahr der Ökumene“ 2021 vor. Zum einen findet vom 12. bis 16 Mai 2021 der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt am Main statt sowie erstmals in Deutschland die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) im September in Karlsruhe. Zum anderen unterstützt die ACK das Täufergedenken „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025“. Denn Dr. Verena Hammes ist überzeugt: „Was eine oder mehrere Mitgliedskirchen bewegt, bewegt die gesamte ökumenische Familie.“

Prof. Dr. Uwe Swarat berichtete von den internationalen Gesprächen, an denen der BEFG beteiligt ist. So hat der Baptistische Weltbund mit dem Weltrat der Methodisten vier Jahre lang Gespräche geführt. Die Ergebnisse dieses ökumenischen Dialogs wurden jetzt in dem Bericht „Glaube, der durch die Liebe tätig ist“ auch auf Deutsch veröffentlicht. Darin wurden viele Gemeinsamkeiten, wie die bereits gelebte Abendmahls- und Kanzelgemeinschaft, festgehalten. Außerdem werden Baptisten und Methodisten – unabhängig von den unterschiedlichen Taufverständnissen – dazu ermutigt, die Gemeinschaft und das gemeinsame Handeln zu suchen.

Auf der Jahrestagung beschäftigten die ACK-Beauftragten sich auch mit einem Beitritt zum Ökumenischen Rat der Kirchen. Zum bevorstehenden Beschluss des Bundesrates über den Antrag auf Mitgliedschaft erklärten die Delegierten: „Wir begrüßen es sehr, dass sich der Bundesrat in den vergangenen zwei Jahren mit dem ÖRK befasst hat. Wir werben nachdrücklich darum, in diesem Jahr 2020 dem Beitritt zuzustimmen. Als Evangelisch-Freikirchliche Christen in unseren Orten engagieren wir uns auf regionaler Ebene, auf Bundesebene und in Europa ökumenisch. Für uns ist es nur konsequent, dass unser Bund sich auch auf Weltebene zur Zusammenarbeit der Kirchen bekennt, zum gemeinsamen Ringen um die Erkenntnis des Willens Christi für unsere Zeit. Weil die Welt das Evangelium von Jesus Christus hören soll, müssen Kirchen auch weltweit nach der Einheit streben, um die Jesus gebetet hat.“

Darüber hinaus hatten die ACK-Beauftragten Pastor i.R. Heinrich Christian Rust eingeladen. Er stellte den Christlichen Convent Deutschland (CCD) vor: ein christliches Netzwerk von leitenden Verantwortlichen aus den verschiedenen verfassten Kirchen und Freikirchen sowie aus christlichen Gemeinschaften und Bewegungen. Dieser Zusammenschluss möchte die Ökumene in unterschiedlichen Dimensionen leben. Dazu gehört zum Beispiel die sogenannte Ökumene der Herzen, das geistliche Erkennen, wie Christus im anderen lebt. Der CCD versteht sich als „Anstoß-Bewegung“, die geistliche Leiter einlädt, ökumenische Einheit zu vertreten.

Pastor Manfred Ewaldt leitete die Versammlung und resümierte: „Wir haben unterschiedliche Formen der Ökumene auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene in den Blick genommen. Auf das wir als Christinnen und Christen voneinander lernen, uns ergänzen und das Gemeinsame suchen!“...

Grundkurs Mentoring

Grundkurs Mentoring

Vom 17. bis 18. Januar veranstaltete die Evangelisch-Freikirchliche Akademie Elstal in Kooperation mit dem Marburger Bibelseminar und der GGE (Geistliche Gemeinde Erneuerung) das Seminar „Grundkurs Mentoring“.

Was bedeutet eigentlich der Begriff „Mentoring“? Wie lässt er sich von anderen Themenbereichen, wie dem Coaching und der Seelsorge, abgrenzen und inhaltlich füllen? Wie genau sieht die praktische Umsetzung des Mentorings aus und warum ist Mentoring, besonders auch im Kontext der Gemeindearbeit, wichtig?

Diesen und anderen Fragen wurde im  „Grundkurs Mentoring“ nachgegangen. Der mit 31 Teilnehmenden gutbesuchte Kurs war alters- und kontextmäßig bunt gemischt, eine Begebenheit, die die Kursteilnehmer und Kursteilnehmerinnen als große Bereicherung erlebt haben. Denn: Neben einem Überblick und einer theoretischen Einführung in die Grundsätze des Mentorings machten praktische und persönliche Übungen einen großen Bestandteil des Seminars aus. So konnten alle Teilnehmenden in Gruppenübungen erproben, wie Mentoringgespräche geführt werden können, und dafür den Einsatz unterschiedlicher Gesprächstechniken ausprobieren. Diese Art der Selbsterfahrung hat Raum für die persönliche Reflexion geboten und durch den Erfahrungsaustausch auch der Gruppe insgesamt gedient. Die beiden Kursleiterinnen, Christine Faix und Judith Westerheide, haben die theoretischen Inhalte mit eigenen Erfahrungen anschaulich und persönlich vermittelt und dadurch auch Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer inspiriert, im Bereich des Mentorings aktiv zu werden. Das Wochenendseminar war neben den Übungs- und Lerneinheiten gekennzeichnet von einer guten und offenen Kursatmosphäre und intensivem Austausch im Kurs, aber auch bei gemeinsamen Mahlzeiten und Kaffee- und Kuchenpausen.

Die Teilnehmenden lernten, dass es im Mentoring um eine freiwillige und persönliche Eins-zu-Eins-Beziehung geht, in der der Mentor seinen Wissens- und Erfahrungsschatz mit seinem Mentee teilt und somit zu der individuellen Persönlichkeits- und Glaubensentwicklung beiträgt. Dabei wird in andere Menschen investiert und voneinander gelernt. Darüber hinaus werden durch Mentoringbeziehungen auch generationsübergreifende Gemeinschaften, wie es in der Gemeinde der Fall ist, gefördert und gestärkt.

Einen besonderen Dank möchte die Theologische Hochschule Elstal der GGE ausdrücken: Diese hat Studierenden angeboten, den Kursbeitrag zu übernehmen, wodurch es vielen Studierenden der TH Elstal möglich war, am Grundkurs Mentoring teilzunehmen. ...

Sich einsetzen für eine gerechtere Welt

Sich einsetzen für eine gerechtere Welt

Rund 6000 begeisterte Zuschauer erlebten am Samstag die beiden Aufführungen des Chormusicals Martin Luther King in der Alsterdorfer Sporthalle. „Wunderbare Musik, tolle Darsteller und eine Botschaft, die auch heute noch gilt“, urteilte eine Zuschauerin in der Pause. 1354 Sängerinnen und Sänger aus der Region haben das Stück vom Leben und Wirken des schwarzen amerikanischen Bürgerrechtlers in monatelanger Probenarbeit einstudiert und zusammen mit internationalen Musical-Darstellern und einer Big Band aufgeführt. Und sie haben sich anstecken lassen von Kings Traum von einer besseren Welt: Rund um die Hamburger Aufführungen kamen 19.072,23 Euro zusammen für ein Wasserprojekt von Brot für die Welt in Kenia, gespendet vom Chor und dem Publikum.
Matthias Kleiböhmer von der Stiftung Creative Kirche, die das Mitsing-Musical gemeinsam mit kirchlichen Partnern vor Ort auf die Bühne bringt, begrüßt am Abend Christoph Stiba als Schirmherren des Hamburger Chorprojektes und der gesamten Deutschlandtour. Er ist der Generalsekretär des Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, also der Baptisten- und Brüdergemeinden – auch Martin Luther King war Baptist. Dann wendet Kleiböhmer sich an das Publikum: „Wir laden Sie ein zu einer Zeitreise in das Jahr 1968! In den USA erreicht die Bürgerrechtsbewegung um den Baptistenpfarrer Martin Luther King immer größere Bedeutung. King bezahlt sein Engagement mit dem Leben. Und seine Gefährten stehen vor der Entscheidung: Träumen wir seinen Traum von einer gerechteren Welt weiter? Und geht das – ohne Gewalt?“
Davon erzählt das Chormusical in zwei ebenso bewegenden wie unterhaltsamen Stunden, und das Hamburger Publikum ist restlos begeistert. Gemeinsam mit dem riesigen Chor, den Kleiböhmer den Zuschauern als den Star der Aufführung vorstellt, singen und tanzen internationale Musical-Darsteller auf der Bühne, begleitet von einer Big Band. Sie erzählen vom Werdegang des ehrgeizigen jungen Mannes, wie er seine Frau Coretta kennenlernt und mit ihr eine Familie gründet. Vom Nobelpreis und dem Ku-Klux-Klan, seinem Besuch in West- und Ost-Berlin, von seinen äußeren wie inneren Kämpfen, den Unterstützern und den Widersachern. ###3_IMAGES### Den Projektchor mit Laiensängerinnen und -sängern dirigieren gleich zwei Profis: Manuel Schienke und Micha Keding, beide im Hauptberuf Kantoren für Popularmusik. Sie haben gemeinsam die Proben geleitet und den riesigen Chor auch bei den Aufführungen simultan dirigiert. Manuel Schienke: „Es war ein Fest! Eine so schöne Atmosphäre, und der Chor hat so viel gegeben! Es imponiert mir, wenn Menschen ihrer Freizeit so viel an Kraft und Aufwand opfern, die Texte auswendig lernen, zur Probe kommen und sich begeistern lassen. Es ist ja wirklich was rübergekommen, und das fand ich ganz, ganz toll! Und dann diese Rhythmen…! Schon als ich die CD das erste Mal gehört habe, war ich sofort gefesselt, weil es genau meine Musik ist, diese Mischung aus Motown, Gospel und Funk.“ Auch Micha Keding ist sehr zufrieden: „Schon bei den Proben sang der Chor jedes Mal exakter und hat sich immer besser auf uns Dirigenten eingestellt. Jetzt bei den Aufführungen ist er sagenhaft. Ich bin überhaupt begeistert von dem Konzept, dass heute so viele Leute begeistert gemeinsam in Projekten singen und das immer mehr zum Trend wird. Denn Singen macht glücklich – es ist sogar wissenschaftlich belegt, dass Singen den ganzen Körper zum Schwingen bringt, Glückshormone und andere Botenstoffe ausschüttet und bestimme Hirnareale beeinflusst: Angst zum Beispiel wird beim Singen ausgeschaltet.“
Schirmherr Christoph Stiba, der bereits die Uraufführung des Mitsing-Musicals in Essen erlebt hat: „Die Hamburger Inszenierung ist von der Aussagekraft und der Eindrücklichkeit sehr gelungen, sehr ansprechend. Generell wird Kings Aussage in dem Stück sehr klar, besonders im letzten Lied vor der Pause, wo Martin Luther King von seinem Traum singt und was ihn antreibt, zusammengefasst in dem schönen Satz ,Wer nicht glaubt, wer nicht hoffen kann, ist kein Realist‘. Also, eine Perspektive über die Gegenwart hinaus zu haben und zu sehen: Es kann sich etwas verändern. Damals vor 60 Jahren, als das alles in den USA begann, waren es einige, die sich zusammengetan haben, und dann wurden es immer mehr. Ich glaube, dass es heute immer noch so ist. Ich habe mich umgesehen und gedacht: Mensch, ja. Über 1000 Sängerinnen und Sänger, ganz viele Leute in der Halle. Wir können was bewegen! Es sind ja gar nicht so wenige, wenn die sich mal zusammentun und in diesem Geist, in dem Martin Luther King gelebt hat – im Geist Jesu, möchte ich sagen – ihr Leben gestalten und diese Welt mitgestalten, da kann was draus werden, da kann man ins Träumen kommen.“ ###3_IMAGES### Doch nicht nur Christen machen mit bei diesem Projekt. Hartmut Cohrs ist bekennender Atheist und trotzdem begeistert: „Mich fasziniert die Musik – und das Gesamtprojekt, dass so viele Menschen gemeinsam singen. Ich habe auch schon ein paarmal Gänsehaut bekommen heute, weil das hier eine große Stimmgewalt ist. Bei den kleineren Proben war ich manchmal der einzige Bass.“ Im Foyer stehen drei Frauen, denen man ansieht, dass sie Mutter und Töchter sind. Andrea Foerster hat mitgesungen und ist begeistert: „Wenn man mit so vielen Leuten aus voller Brust singt, das tut einfach gut.“ Auch ihre Mutter Anita (91) hat die Lieder geübt und überlegt mitzusingen. „Dann wäre ich die älteste Teilnehmerin gewesen.“ Schwester Marita ist gerade aus Israel zu Besuch und musste natürlich mit in die Sporthalle. Auch sie wäre gern im Chor gewesen und ist froh, wenigstens die Aufführung mit erlebt zu haben: „Ein tolles Erlebnis!“
Für das aufwändige Chorprojekt haben sich die Stiftung Creative Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten- und Brüdergemeinden), die Johann-Gerhard-Oncken-Kirche und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zusammengetan. Projektpartner des Chormusicals ist Brot für die Welt. Im Rahmen der Aktion Gospel für eine gerechtere Welt unterstützt das Chormusical Martin Luther King ein Projekt von Brot für die Welt im Norden Kenias, das den Zugang zu sauberem Trinkwasser sichert. Weitere Aktionspartner sind der Versicherer im Raum der Kirchen und die Bank im Bistum Essen. Das Chormusical wird unterstützt durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon. ###3_IMAGES### Das Chormusical ist bis Anfang April bundesweit unterwegs und kommt am 21. Mai auch auf die Bundesratstagung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden nach Kassel.
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Neue Wege in der gegenseitigen Hilfe

Neue Wege in der gegenseitigen Hilfe

Das Entwicklungsteam, das aus dem Thinktank zu den Strukturen des BEFG entstanden ist, hat seine Arbeit aufgenommen. Unter der Leitung von Stefan ter Haseborg ist das Team auf der Suche nach neuen Ideen und Projekten.

Wenn Gemeinden in ihrer Arbeit an ihre Grenzen kommen, gehört es zur Bundesgemeinschaft, sich gegenseitig zu unterstützen. Doch die Bundesstruktur kommt mitunter an ihre Grenzen. Wenn beispielsweise immer mehr Gemeinden das Gemeindeprogramm, das bisher als normal galt, nicht mehr aufrechterhalten, weil es an Mitarbeitenden fehlt. Wie kann die Bundesgemeinschaft hier besser helfen?

Um die Struktur des Bundes zu verändern, hat das Präsidium auf dem Weg zur „Bundesgemeinschaft 2025“ nach dem Thinktank das Entwicklungsteam eingesetzt. Es soll neue Ideen und Projekte ausprobieren, um die Struktur des Bundes gegebenenfalls – nicht auf einmal, sondern in kleinen Schritten – an die Bedürfnisse und Herausforderungen von Gemeinden und Landesverbänden sowie an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen.

Zum Entwicklungsteam gehören Dagmar Wegener (Pastorin Berlin-Schöneberg), Holger Huhn (Präsidiumsmitglied, Gemeindeleiter Gera), Dennis Sommer (Pastor Wetter-Grundschöttel), Udo Rehmann (GJW-Leiter) und Stefan ter Haseborg als Projektleiter. Das Team wurde vom Präsidium beauftragt, initiativ, fördernd und innovativ die weitere Umsetzung der Gedanken des Thinktanks voranzutreiben. Dazu gehört es, den Bund vor Ort präsenter zu machen und regional überschaubare Initiativen zu befähigen. So wird beispielsweise ein sogenanntes regionales Kompetenzzentrum in Nordwestdeutschland und Norddeutschland konzipiert. Außerdem gibt es ein Team, das die Finanzstruktur des Bundes überdenkt.

„Wir verstehen unseren Bund im Sinne der Ecclesia (altgriechisch die Herausgerufene, geistliche Gemeinschaft) und der Einheit des Leibes. Diese Gemeinschaft ist mehr als der Einzelne und mehr als die Summe der Gemeinden“, ist sich das Entwicklungsteam einig. Auch das Präsidium und die Bundesgeschäftsführung wünschen sich, dass die Gemeinden stärker Hilfe durch das Miteinander in der Bundesgemeinschaft vor Ort erhalten. „Das Entwicklungsteam sehen wir als Chance, frei und ohne Angst vor Ungewohntem und in einer großen Beweglichkeit, Neues zu wagen“, heben Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba die Bedeutung des Entwicklungsteams hervor. „Als Verantwortliche wollen wir Freiräume schaffen, in denen mutig anderes ausprobiert werden kann.“

Das Entwicklungsteam möchte seinen Auftrag in einer agilen Arbeitsweise umsetzen und bietet in diesem Zusammenhang ein Agilitätstraining an: „Damit wollen wir die Mitarbeitenden im Bund – in Gemeinden, Landesverbänden, im Gemeindejugendwerk und in der Bundesgeschäftsstelle – mit einer neuen Art und Weise vertraut machen, Projekte durchzuführen und eine Organisation zu verändern“, erklärt Stefan ter Haseborg. Er ermutigt Gemeinden, dem Entwicklungsteam von ihren Ideen und Projekten zu berichten: „Teilt uns gerne mit, wo Ihr als Gemeinde neue Wege geht. Denn wir erfinden nicht alles neu, sondern freuen uns auf eure Gedanken.“ Man wolle Neues wagen, so ter Haseborg: „Wenn eine Idee nicht funktioniert, beenden wir das Projekt natürlich, aber erst einmal schaffen wir Raum für neue Einfälle.“

Das Entwicklungsteam ist unter e-team(at)baptisten.de zu erreichen und freut sich über Fragen und Ideen.

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